Pressemitteilung: Hanse Club Frankfurt (Oder) kritisiert Vergabeentscheidung als Risiko für die kommunale Stabilität

19. September 2026

Mario Quast

Der Hanse Club Frankfurt (Oder) warnt eindringlich vor den massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen, die aus der Entscheidung der Stadt resultieren, die Stromlieferung für sämtliche städtischen Liegenschaften ab 2027 an einen überregionalen Online Energielieferanten aus Euskirchen Kuchenheim zu vergeben.

Diese Vergabe ist aus Sicht des Hanse Clubs ein strategischer Fehler mit weitreichenden Konsequenzen – insbesondere für eine Kommune, die finanziell stark belastet ist und dringend auf regionale Wertschöpfung, verlässliche Infrastrukturpartner und stabile Einnahmestrukturen angewiesen bleibt.

Regionale Bedeutung der Stadtwerke – ein unterschätzter Pfeiler der kommunalen Daseinsvorsorge

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) sind kein austauschbarer Anbieter, sondern ein regional verankertes Infrastrukturunternehmen, dessen Leistungen weit über die reine Stromlieferung hinausgehen.
Sie sichern Netzstabilität, kennen die technischen Besonderheiten der städtischen Gebäude und investieren kontinuierlich in lokale Netze, Anlagen und Personal.

Mit der Vergabe an einen externen Anbieter verliert die Stadt nicht nur einen langjährigen Ankerkunden der Stadtwerke, sondern schwächt bewusst die eigene kommunale Infrastrukturkompetenz.

Gravierende Risiken für die Kommune

  • Abfluss regionaler Mittel: Über vier Jahre fließen erhebliche Haushaltsmittel an einen Anbieter außerhalb Brandenburgs – ein direkter Verlust für die lokale Wirtschaft und die kommunale Finanzkraft.
  • Strukturelle Abhängigkeit: Ein überregionaler Anbieter verfügt nicht über die regionale Netzkenntnis und reagiert im Zweifel weniger schnell und weniger flexibel auf lokale Bedarfe.
  • Schwächung kommunaler Steuerungsfähigkeit: Die Stadtwerke sind eine Gesellschaft im mehrheitlichen Eigentum der Stadt. Ihre wirtschaftliche Stabilität ist eng mit der Leistungsfähigkeit der Kommune verknüpft.
  • Gefährdung regionaler Zukunftsprojekte: Initiativen wie das Energie Intranet Projekt benötigen starke lokale Partner. Eine Schwächung der Stadtwerke gefährdet die Machbarkeit solcher sicherheitsrelevanten Vorhaben.

Ein Weckruf für verantwortungsvolle Kommunalpolitik

Der Hanse Club stellt klar: Eine Entscheidung dieser Tragweite darf nicht allein auf Basis eines anonymen Markttests oder kurzfristiger Preisvorteile getroffen werden.
Die Stadt trägt Verantwortung für die Stabilität der lokalen Infrastruktur, die Stärkung regionaler Unternehmen und die Sicherung kommunaler Wertschöpfung.

Die Vergabeentscheidung steht aus Sicht des Hanse Clubs im Widerspruch zu diesen Grundprinzipien.

Appell an die Stadtverwaltung

Der Hanse Club fordert die Stadtverwaltung auf, die Entscheidung umgehend kritisch zu überprüfen und die langfristigen Folgen für Wirtschaft, Infrastruktur und Gemeinwohl transparent darzustellen.
Die regionale Wirtschaft erwartet, dass kommunale Entscheidungen Verlässlichkeit, lokale Stärkung und nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt stellen – nicht kurzfristige Einsparlogiken.

Pressekontakt:
Hanse-Club e.V.
Mario Quast
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Mario.Quast@t-online.de

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